Impfungen beim Hund
Kombinierte Impfung
Folgende Krankheiten sind in dieser Impfung enthalten: Hundestaupe, Zwingerhusten, Parvovirose, Leptospirose und ansteckende Leberentzündung.
Bisher wurde gegen alle diese Krankheiten jährlich geimpft, neuere Studien belegen aber, dass der Impfschutz für Parvo, Staupe und Leberentzündung nach einer korrekten Grundimmunisierung bis zu drei Jahren anhält. Neue Impfstoffe erlauben nun eine flexiblere Impfung des Hundes, bei der diese drei Krankheiten nur noch alle drei Jahre geimpft werden, Leptospirose und Zwingerhusten aber nach wie vor jährlich.
Eine korrekte Grundimmunisierung ist wichtig und beinhaltet folgendes Schema:
Impfung gegen Staupe, Zwingerhusten, Parvo, Leptospirose und Leberentzündung mit 12 und 16 Wochen sowie mit 15 Monaten (erste Auffrischung nach einem Jahr). Wird vor der 12. Lebenswoche zum ersten Mal geimpft, wird eine dreimalige Impfung in 3-4 wöchigem Abstand beim Welpen empfohlen und die Wiederholung mit 15 Monaten.
Ab dem 2. Lebensjahr kann dann nach Bedarf flexibel geimpft werden: Leptospirose und Zwingerhusten jährlich, Parvovirose, Staupe und Leberentzhündung alle drei Jahre (siehe auch Tabelle).
Anmerkung: Zur Zeit ist dieses neue Impfschema von den Tierheimen der Region Biel und den Tierkrankenversicherungen nicht anerkannt!
Zwingerhusten
Bei hohem Infektionsdruck (Tierheimaufenthalt, Hundeausstellungen, Wettbewerbe) genügt manchmal die kombinierte Impfung nicht, um den Hund zuverlässig zu schützen. Einen besseren Schutz bietet die zusätzliche Zwingerhustenimpfung, die dem Hund in die Nasenlöcher geträufelt wird. Der Impfschutz beträgt hier ebenfalls ein Jahr. Die meisten Tierheime verlangen diese Impfung für einen Aufenthalt. Ein Imfpschutz besteht bei dieser Impfung bereits nach 72 Stunden.
Tollwut
Die Schweiz ist seit mehreren Jahren offiziell tollwutfrei. Deshalb ist die Tollwutimpfung für Hunde, die ausschliesslich in der Schweiz leben, nicht mehr unbedingt nötig.
Für den Grenzübertritt ins Ausland ist eine gültige Tollwutimpfung aber nach wie vor obligatorisch. Wichtig ist, dass die Impfung mindestens drei Wochen vor Grenzübertritt gemacht wird. Die Tollwutimpfung muss alle 3 Jahre aufgefrischt werden.
Piroplasmose
Die Piroplasmose ist eine durch Zecken übertragene Krankheit (siehe auch "Die wichtigsten übertragbaren Reisekrankheiten"), die vor allem in den Mittelmeerländern vorkommt. Um den Hund bei Reisen in solche Länder zu schützen, kann neben einem guten Zeckenschutz auch eine Impfung verabreicht werden.
Grundimmunisierung: 2 Impfungen im Abstand von 3-4 Wochen ab dem 5. Lebensmonat, Wiederholungsimpfung alle 6-12 Monate, je nach epidemiologischer Situation.
Wichtig: Ein vollständiger Impfschutz kann nicht garantiert werden, besonders wenn der Infektionsdruck gross ist. Das heisst, ein geimpfter Hund kann trotzdem an einer Piroplasmose erkranken, wobei die Symptome dank der Impfung meist milder ausfallen.
Borreliose
Die Borreliose ist ebenfalls eine von Zecken übertragene Kranheit, die in der Schweiz vorkommt. Man weiss, dass längst nicht alle Hunde, die mit dem Erreger in Kontakt kommen tatsächlich auch erkranken. Das heisst, dass eine Infektion häufig harmlos verlaufen kann. Kommt es hingegen zu einer Erkrankung, kann diese sich mit Fieber, Apathie und Gelenksentzündungen (Polyaarthritis) äussern.
Auch hier existiert eine Impfung, wobei eine Grundimmunisierung ab der 12. Lebenswoche mit zwei Injektionen in 3-4 wöchigem Abstand durchgeführt wird. Die Wiederholungsimpfung erfolgt ebenfalls alle 6-12 Monate.
FSME
Gegen die Frühsommermeningoencephaltitis (durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung), wie sie auch beim Menschen vorkommt, existiert kein für den Hund zugelassener Impfstoff.
Tabelle Impfschema kombinierte Impfung (PDF)
Impfungen bei der Katze
Katzenseuche/Katzenschnupfen
Die Katzenseuche ist eine häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, welche heute dank der Schutzimpfung eher selten geworden ist.
Der Katzenschnupfen hingegen kommt häufig vor, auch bei Katzen, die keine freien Auslauf haben. Deshalb empfehlen wir diese kombinierte Impfung bei allen Katzen.
Nach der Grundimmunisierung (2 Impfungen im Abstand von 3-4 Wochen) ab der 8. Lebenswoche erfolgt ein jährliche Wiederholungsimpfung. Die Impfung kann problemlos mit der Leukoseimpfung kombiniert werden.
Katzenleukose
Die Katzenleukose ist eine häufig tödlich verlaufende virale Erkrankung, die durch direkten Kontakt der Tiere untereinander (Bisse, Tröpfcheninfektion) oder von der Mutter auf die Welpen übertragen wird. Die Krankheit führt zu einer Schwächung des Immunsystems, wobei die Katze viel anfälliger für Infektionen jeglicher Art wird, seltener könne durch das Virus auch Tumore entstehen.
Vor der ersten Impfung empfiehlt es sich, einen Leukosetest durchzuführen. Dies ist nötig, weil die Katze über längere Zeit symptomloser Träger des Virus sein kann. Im Blut dieser Tiere kann das Virus mit einem Schnelltest in der Praxis nachgewiesen werden. Die Grundimmunisierung kann ab der 9. Lebenswoche durchgeführt werden (2 Impfungen im Abstand von 3-4 Wochen), die Impfung wird jährlich wiederholt. Sie kann problemlos mit der Katzenseuche/-schnupfen - Impfung kombiniert werden.
Für reine Wohnungskatzen ist diese Impfung nicht notwendig, hingegen sehr empfehlenswert für Katzen mit freiem Auslauf oder für Tierheimaufenthalte.
Tollwut
Die Schweiz ist seit mehreren Jahren offiziell tollwutfrei. Diese Impfung ist deshalb bei der Katze nicht mehr unbedingt nötig.
Für den Grenzübertritt ins Ausland ist die Tollwutimpfung aber nach wie vor obligatorisch. Wichtig ist, dass die Impfung einen Monat vor dem Grenzübertritt gemacht wird. Diese Wartefrist gilt nicht, wenn die letzte Impfung nicht älter als ein Jahr ist.
FIP
Die FIP (feline infektiöse Peritonitis) ist eine tödlich verlaufende virale Erkrankung. Es gibt nach wie vor keine zuverlässige Behandlung. Es existiert eine nasale jährliche Impfung. Die Wirksamkeit dieser Impfung wird allerdings kontrovers diskutiert. Deshalb kann sie nicht uneingeschränkt empfohlen werden.